Brest - Cartagena

2014

 

Kurzbericht:(Briefausschnitt)

 

Bereits nach der Überfahrt nach England mit Thomas, Bernd und meinem ernannten Co-Skipper Claus (auf einer Internetplattform kennen gelernt!) habe ich Claus gebeten wegen verschiedener Differenzen das Schiff zu verlassen.

 

 

 

So lag ich erst mal in Shoreham bei Brighton in Südengland. Wir mussten dort im sogenannten Päckchen anlegen, am Schiff von Pete, einem Engländer, der sein Schiff seit Monaten für eine Überfahrt in die Karibik ausrüstet. Ja, das Universum weiß, was es macht. Nach einigen Tagen des Kennenlernens ist er mit mir die englische Südküste entlang gesegelt, um dann den Schlag nach Brest, Frankreich zu machen. Seine Lebensgefährtin, eine Porzelankünstlerin hatte gerade ein zeitintensives Projekt laufen, die Schiffsausrüstung war ziemlich abgeschlossen und Pete wollte sich mal seine erste Strecke anschauen. Es waren sehr interessante Tage und ich habe England auch aus der Sicht eines Engländers sehen dürfen. In der Nähe von Brest ist er dann wieder von Bord gegangen und ich war mal wieder mit dem Schiff alleine.

 

 

 

Nach eins, zwei Tagen des Nachdenkens, nein ich glaube es war ein In-mich-fühlen, habe ich meinen Bruder Markus angerufen, ob er trotz seiner körperlichen Behinderungen mitkommen und begrenzte Aufgaben an Bord übernehmen möchte. Um ihn direkt in Brest abholen zu können, begann ich erst mal das 12m-Schiff alleine führen zu lernen, Ab- und Anlegen und Segel setzen. Dann segelte ich die 2 Stunden nach Brest um Markus am Bahnhof abzuholen.

 

 

 

Die Überfahrt durch die Biskaya nach La Coruna, Nordspanien hat fast drei Tage gedauert. Wir hatten anfangs sehr guten Wind und nur 2-3m hohe Wellen. Das war so noch völlig in Ordnung bis wir am dritten Tag kurz vor Spanien uns mit einer örtliche Besonderheit konfrontiert sahen, ein Schwerwettergebiet, das sich am Nordwestkap von Spanien immer wieder aufbaut und sich hin und her verschiebt. Mein erster Steuermann, der Autopilot hat unter diesen Bedingungen seinen Dienst verweigert und ich war aufgefordert etwa 2-3 Stunden lang intensiv mit der Natur, mit Wind und Wellen zu kooperieren. Eine interessante Arbeit im Außen und noch mehr im Inneren. Dankbar in La Coruna angekommen, brachte ich das Schiff und jeder sich persönlich wieder auf die Reihe und wir begannen bei guter Wetterlage den nächsten langen Schlag nach Lissabon, Portugal.

 

 

 

Inzwischen, aus der Erfahrung etwas schlauer geworden, bekam ich alle 12 Stunden von Bernd und Thomas die aktuellsten örtlichen Wetterberichte und wir liefen kurz vor Lissabon in einen Schutzhafen.  Jetzt wurden die Schläge kürzer und wir erreichten die Algarve.

 

 

 

Nach Gibraltar verzichtete ich ganz auf Nachfahrten und wir sind dann jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf See geblieben und konnten in den Häfen ruhig schlafen.

 

 

 

Meine ursprüngliche Planung war, spätestens am 3. Juni Palma auf Mallorca zu erreichen und mit meiner Schwester Stephanie und Claudia die restlichen 1400 km nach Ligurien zu segeln. Gekommen sind wir heute nur bis Cartagena.

 

 

 

Vorgestern habe ich die beiden mit einem Leihauto in Valencia abgeholt, Steffi hat ihren Flug in Barcelona abgebrochen und kam mit dem Zug, Claudia mit der Fähre von Palma. Um drei Uhr in der Früh konnten wir dann auf den Geburtstag von Claudia hier auf dem Schiff anstoßen.

 

 

 

Heute werden wir, wenn der Wetterbericht von gestern noch Bestand hat, um 12 Uhr auslaufen und ein Eingewöhnungsschlag über 40 sm machen.

 

Hermann Josef Kuhn

 

"Selbstbildnis" 2011

Muschelkalkstein "Pietro  Leccese"

(28 cm x 29 cm x 50 cm)

"Atelier Jo"

Jean-Paul-Str. 11

D-95444 Bayreuth

"LA STUPPA"

Via per Cheggio 5

I-28821 Cannero Riviera